Profil
Ursprung und Lage
Die Burg Katlenburg entstand im 11. Jahrhundert durch die Grafen von Katlenburg – einem bedeutenden Reichsadelsgeschlecht – und war strategisch auf einem Bergsporn im westlichen Harzvorland angelegt. Sie ist an zwei Seiten durch steile Abhänge geschützt, flankiert von der Rhume, dem Katlenbach und weiteren Wasserläufen. Eine Annäherung war historisch nur über das Plateau im Süden möglich.
Architektur im Wandel der Jahrhunderte
Ursprünglich bestand die Anlage aus einer dreieckförmigen Hauptburg und einer Vorburg. Im Zentrum steht die Kirche St. Johannes mit romanischer Krypta aus dem 13. Jahrhundert – der älteste erhaltene Teil. Gotische Elemente prägen unter anderem das mittelalterliche Torgebäude. Weitere bedeutende Bauten sind das Magazingebäude mit gotischer Kapelle, Kellergewölben und Spuren eines Rundturms sowie spätmittelalterliche und barocke Bauten des Amtshofs—darunter ein außergewöhnlicher Reitstall aus dem 17. Jahrhundert.
Von der Burg zum Kloster
Die Burg wurde 1105 von Graf Dietrich III. und seiner Frau Adela von Beichlingen in ein Kloster umgewandelt. Die Klosterkirche mit Krypta entstand als neue geistliche Anlage, in der Graf Dietrich beigesetzt wurde. Augustiner-Chorherren und später Chorfräulein lebten dort im 12. Jahrhundert.
Zerstörungen und Wiederaufbau
1346 fiel das Kloster einem Brand zum Opfer – laut Legende durch Brandstiftung verursacht – was im „Catlenburger Lied“ literarisch verarbeitet wurde. 1348 erschütterte die Pest die Region, und 1392 folgten Überfälle.
Säkularisierung und Renaissance-Umbau
Nach der Reformation wurde das Kloster 1534 aufgelöst. Zwischen 1560 und 1595 diente die Anlage als Renaissance-Schloss unter Philipp II. von Grubenhagen. Anschließend war dort ein Amtmann als Verwalter tätig. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Burg 1625 belagert, kurz danach geplündert und in Brand gesteckt und später wieder instand gesetzt. Im Siebenjährigen Krieg 1761 wurde sie erneut von französisch-sächsischen Truppen besetzt.
Domäne, Bildungsstätte und Bücherburg
Ab 1819 wurde die Burg zur königlichen Domäne und später staatlichen Domäne umgewandelt. Um 1964 entstand hier eine Bildungsstätte der Schreberjugend, die bis 2007 genutzt wurde. Seit den frühen 1990er Jahren ist sie als „Bücherburg“ bekannt: Etwa eine halbe Million Bücher – vor allem DDR-Literatur – werden dort gegen Spende für „Brot für die Welt“ abgegeben. Der Initiator war Pfarrer Martin Weskott.
Nutzung heute
Heute ist die Burg ein lebendiger Ort: Sie beherbergt eine evangelische Kirchengemeinde (St. Johannes), die Burgbergschule (seit 1974), eine Sporthalle (seit 1975) und vormals ein Hotel, das inzwischen geschlossen ist.
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